Was kostet es dich, wenn du auf Social Media nicht sichtbar bist?

Bei Social Media fragen viele Unternehmen zuerst: Was bringt uns das eigentlich? Diese Frage ist absolut berechtigt. Aber gerade im Employer Branding lohnt es sich zu fragen, was es uns kostet, wenn wir nicht sichtbar sind?

Denn der Wert von Social Media zeigt sich selten in einer einzelnen Bewerbung oder einem einzelnen Beitrag. Er entsteht über längere Zeit. Menschen sehen ein Unternehmen immer wieder, bekommen einen Eindruck von der Kultur, den Mitarbeitenden und dem Arbeitsalltag. Und wenn irgendwann der Moment kommt, an dem sie über einen Stellenwechsel nachdenken, ist dieses Unternehmen im besten Fall bereits in ihrem Kopf.

Unsichtbarkeit hat keinen direkten Preis

Das Schwierige daran ist, dass fehlende Sichtbarkeit auf keiner Rechnung auftaucht.

Ähnlich ist es bei einer offenen Stelle. Solange niemand eingestellt wird, wirkt es auf den ersten Blick vielleicht sogar so, als würden Kosten gespart werden. In der Realität passiert oft das Gegenteil. Die Arbeit bleibt liegen, das bestehende Team wird stärker belastet, Projekte verzögern sich und die Suche nach geeigneten Personen verursacht zusätzlichen Aufwand.

Diese Kosten sind nicht immer sofort sichtbar. Trotzdem sind sie da.

Bei Social Media ist es ähnlich. Kein Unternehmen erhält Ende Jahr eine Rechnung mit der Position «zu wenig sichtbar gewesen». Trotzdem kann genau das langfristig Auswirkungen haben.

Wer als Arbeitgeber auf Social Media nicht präsent ist, wird von potenziellen Bewerber:innen möglicherweise gar nicht wahrgenommen. Und wer nicht wahrgenommen wird, kommt oft auch dann nicht in die engere Auswahl, wenn später eine passende Stelle ausgeschrieben ist.

Nehmen wir eine Fachkraft mit einem Jahreslohn von CHF 90’000. Bleibt diese Stelle während sechs Monaten unbesetzt, bedeutet das nicht automatisch, dass das Unternehmen einfach sechs Monatslöhne spart. Je nach Funktion entstehen gleichzeitig Kosten durch fehlende Kapazitäten, Überstunden, Verzögerungen, Recruiting und zusätzliche Belastung im Team.

Schon bei einer einzigen schwer zu besetzenden Stelle kann so ein beträchtlicher Betrag zusammenkommen.

Natürlich löst ein guter Social-Media-Auftritt dieses Problem nicht automatisch. Aber er kann einen wichtigen Teil dazu beitragen, dass ein Unternehmen früher wahrgenommen wird und bereits vor einer konkreten Stellenausschreibung Vertrauen und Bekanntheit aufbaut.

Genau deshalb sollte man Social Media nicht nur danach beurteilen, wie viele Bewerbungen direkt über einen einzelnen Post entstanden sind. Der eigentliche Wert liegt oft früher. In der Sichtbarkeit. In der Wahrnehmung. Und darin, dass potenzielle Mitarbeitende ein Unternehmen bereits kennen, bevor sie aktiv nach einer neuen Stelle suchen.

Die Frage ist deshalb nicht nur, was Social Media bringt, sondern auch: Was kostet es langfristig, wenn die richtigen Leute gar nicht wissen, dass es uns gibt?