Lehrstellenmarketing im Wandel – so erreichst du Jugendliche heute wirklich

Lehrstellenmarketing funktioniert heute nicht mehr wie noch vor ein paar Jahren. Klassische Inserate, Karriereseiten oder allgemeine Imagekampagnen reichen längst nicht mehr aus, um Jugendliche zu erreichen. Die Zielgruppe informiert sich anders, kommuniziert anders und entscheidet anders. Wer Lehrstellen erfolgreich besetzen will, muss verstehen, wie Jugendliche ticken und wo sie sich zuerst informieren. 

Diese erste Orientierung findet heute fast ausschliesslich digital statt und vor allem auf Social Media. 

 

Jugendliche informieren sich zuerst digital 

Bevor Jugendliche eine Lehrstelle in Betracht ziehen oder sich bewerben, informieren sie sich online. Social Media ist dabei nicht nur Unterhaltung, sondern eine zentrale Informationsquelle. Plattformen wie Snapchat und TikTok spielen dabei eine besonders wichtige Rolle. Hier holen sich Jugendliche erste Eindrücke, vergleichen Berufe und beobachten Unternehmen, oft unbewusst und über einen längeren Zeitraum. 

Instagram und YouTube werden ebenfalls genutzt, allerdings eher ergänzend. Sie dienen dazu, Inhalte zu vertiefen, längere Videos anzusehen oder sich ein genaueres Bild von einem Unternehmen zu machen. LinkedIn hingegen spielt in dieser Phase kaum eine Rolle. 

Sichtbarkeit dort, wo Jugendliche wirklich sind 

Wer Jugendliche erreichen will, muss dort präsent sein, wo sie sich aufhalten. Snapchat und TikTok eignen sich besonders, um niederschwellige, persönliche Einblicke zu geben. Dabei funktionieren reine Informationsvideos oft nur bedingt. Inhalte entfalten mehr Wirkung, wenn Informationen mit Humor, Leichtigkeit oder Alltagsmomenten kombiniert werden. Kurze Videos, spontane Aufnahmen und authentische Szenen aus dem Arbeitsalltag wirken glaubwürdiger als aufwendig produzierte Imageclips. 

Jugendliche wollen sehen, wie der Arbeitsalltag aussieht, wer ihre künftigen Kolleginnen und Kollegen sind und wie Lernende begleitet werden. Wenn solche Einblicke unterhaltsam und nahbar erzählt werden, bleiben sie eher im Kopf. Social Media macht diese Form der Kommunikation möglich und ersetzt zunehmend klassische Informationskanäle. 

Authentizität statt Hochglanz 

Lehrstellenmarketing scheitert oft daran, dass Unternehmen zu stark aus der eigenen Perspektive kommunizieren. Jugendliche reagieren sensibel auf Inhalte, die sich wie Werbung anfühlen. Formate, die von Lernenden selbst kommen oder gemeinsam mit ihnen entstehen, wirken deutlich glaubwürdiger. 

Gerade auf TikTok und Snapchat zählt Nähe mehr als Perfektion. Entscheidend ist, Lernenden Vertrauen zu schenken und ihnen Raum zu geben, auch wenn Trends oder Formate nicht immer auf Anhieb nachvollziehbar erscheinen. Kleine Einblicke, ehrliche Antworten auf Fragen oder das Aufgreifen typischer Unsicherheiten helfen dabei, Berufe greifbar zu machen und Vertrauen aufzubauen. 

Social Media als Entscheidungshilfe 

Die Entscheidung für oder gegen eine Lehrstelle entsteht selten spontan. Jugendliche beobachten Unternehmen oft über längere Zeit, ohne direkt zu interagieren. Sie schauen Inhalte, lesen Kommentare und vergleichen Arbeitgeber miteinander. Gerade deshalb spielt Social Media eine wichtige Rolle in der frühen Orientierungsphase. 

Social Media wird damit zur stillen Entscheidungshilfe. Wer regelmässig sichtbar ist, Fragen ernst nimmt und Einblicke in den Alltag bietet, bleibt präsent. Wer hingegen nur punktuell postet oder ausschliesslich offene Lehrstellen bewirbt, wird schnell übersehen. 

 

Das kann jetzt einfach umgesetzt werden 

  • Lernende einbinden: Wie viele Lernende eingebunden werden können, hängt stark vom Berufsfeld und vom Arbeitsalltag ab. In manchen Bereichen reichen wenige Stimmen, in anderen braucht es mehr Perspektiven, um den Alltag realistisch zu zeigen. Entscheidend ist daher nicht die Anzahl, sondern die Kontinuität und Authentizität der Einblicke. 
  • Einfache Videoformate nutzen: Kurze Videos wie „Ein Tag in der Lehre“, „Das hätte ich gerne vorher gewusst“ oder „So sieht mein Arbeitsalltag aus“ lassen sich flexibel umsetzen und an unterschiedliche Berufe anpassen. 
  • Plattformen bewusst priorisieren:  Snapchat und TikTok eignen sich besonders gut für spontane, authentische Inhalte. Instagram und YouTube können ergänzend genutzt werden, etwa für vertiefende Einblicke oder längere Videos. 
  • Direkt erreichbar sein: Kommentare und Nachrichten sollten regelmässig beantwortet werden. Gerade im Lehrstellenmarketing ist Erreichbarkeit ein wichtiger Vertrauensfaktor und senkt die Hürde zur Kontaktaufnahme. 
  • Bewerbungsprozess klar und einfach gestalten:  Jugendliche sollten schnell erkennen, wie sie sich bewerben können. Kurze, transparente Wege wirken oft besser als komplexe Prozesse, vor allem in der ersten Phase der Orientierung. 

 

Wie so etwas in der Praxis aussehen kann, zeigt unser Projekt mit der Merian Iselin Klinik. Dort haben wir das Lehrstellenmarketing gemeinsam mit den Lernenden aufgebaut und Inhalte entwickelt, die echte Einblicke in den Arbeitsalltag geben.

Hier kommst du direkt zum Case.